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*** Im allerheiligsten Gral, den man auf Erden je sehen kann! ***

*** Der Honeckerbunker bei Prenden, Ützdorfer Strasse, am 4. Oktober 2008 ***

Also, ich kommentiere hier meine Bilder in meiner tiefschürfenden und kompetenten Art:

Wenn man schon, wie ich, unangemeldet und eigenmächtig um Einkehr ersucht, muß man sich in alter Manier erstmal in der sozialistischen Warteschlange einreihen!

Ich bin aber dann gleich mit der ersten Gruppe mitgegangen, weil es ja immer (!) Leute gibt, die bei solch wichtigen Ereignissen anfangen zu schwächeln und sich dann feige zurückziehen.

Jedenfalls sollte man kein Asthma haben und keine Platzangst bekommen.







Bevor alle Personen in diesen Heilsten Gral vorgelassen werden, müssen sie sich ausziehen und die Kalt- und Warmdusche durchqueren.

Dazu hab ich dann auch die Bedienung der Technik vorgenommen



Hier wird dann die gesamte Anlage durch Drücken auf diesen roten Knopf in Betrieb genommen im Dispatcherleitstand.

Ein bißchen Strom ist ja schon da, wie an den leuchtenden Symbolen zu erkennen ist...

Und schon konnte er kommen, der Atombombenangriff!

Aber spätestens nach 14 Tagen gehen dann wieder die Lichter aus - endgültig.
Dann ist Schicht im Schacht, Feierabend.



An diesen Schwingseilen ist die größte der drei "schwebenden" Kammern mit 500 Tonnen Gewicht befestigt.
Es heißt: Hier hat man Honecker zum ersten Mal aufgehängt...



Dadurch, daß nach "endgültiger" Schließung durch die Bundeswehr 1993, ab 2003 die Bunkerspechte wieder Zugang fanden, wurde viel geplündert. So auch ein Wasserventil in der zentralen Pumpanlage ganz unten.

Seit dem ist es sehr feucht und alles wird verschimmeln und verrotten.

So die Feldbetten hier und die Küche, weiter unten.



Bevor es einer merkt, hab ich schon mal paar entscheidende Schalter umgelegt, man weiß ja nie...



...und die alten Verbindungen Moskau - Washington ("heißer Draht") wieder hergestellt.



Hier nun endlich die Aufstellung der von Partei und Regierung auserwählten Übermenschen, die alles richten sollten für das Leben danach oder aber wenigsten für einen atomaren Gegenschlag.







Die hochwertigen Fernschreibtechnik sieht sicherlich nur oberfächlich verschimmelt aus.

Ist eben alles gute Tarnung, Donnerwetter!



So, nun noch ein Blick in die 5-Sterne-Gourmet-Küche mit dem großen Quirl für 24 Personen.









So sieht sie also aus, die Präsidenten Suite. Na dann: Guten Appetit.



Dieser Ausgang und somit die ganze Bunkeranlage soll also dann Ende Oktober 2008 wegen Geldmangels des Landes Berlin mal wieder "für immer" verschlossen werden.







Zwei Schlußbemerkungen:

Alle inneren Türen sollen alarmgesichert werden und bleiben, so hieß es.
Da sage ich nur: Um so etwas funktionstüchtig zu halten, muß man da ab und zu mal ran können!!!

Ein Gedanke vom jungen Tourguide:

Der wirkliche Sinn dieser ingenieurtechischen Meisterleistung und doch auch wahnwitzigen Anlage (wie der anderen Bunkeranlagen) liegt in der Tatsache, daß die gegenseitige Abschreckung im Kalten Krieg ja auch glaubhaft gemacht werden mußte.

Ja, und das hat dann auch (eventuell) den Ausbruch einen Nuklearkrieges verhindert.

Man kann es sehen wie man will.
Ich hab jedenfalls auch einen wichtigen finanziellen Beitrag in Form meiner Steuern dazu beigetragen.
Dafür durfte ich auf neueren, größeren Wohnraum für meine Familie, auf Telefon, neues Auto u.v.a.m. verzichten.

Ach jetzt hätte ich es fast vergessen:

Meine heimlichen Schalthandlungen blieben den Profis natürlich nicht verborgen und so wurde es schon "Bald" veröffentlicht.

Das hat mich schon überrascht!



Natürlich gibt es auch die offizielle Seite dieses Bunkers mit professionellen Fotos:

bunker5001

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